In Mitterarnsdorf werden die Heurigen-Klassiker manchmal bewusst auf die Nebenbühne verbannt. Dann laden Georg Pöchlinger und seine Familie zum Tapas-Heurigen. Rote Rübe, Roastbeef & Co. Zum Teilen am Tisch. Ein Konzept, das hier dabei ist, Wachauer Tradition zu werden …
„Man muss immer ein bissl etwas Neues machen.“ Georg Pöchlinger kommt aus der Küche. Bald klopfen die ersten Gäste an die Heurigentür. Bis dahin muss alles parat sein. Garnierung, Saucen, Salate. Ein ausgeklügeltes System, in dem jeder Handgriff sitzt – und die Tapas-Teller als Fotos groß in der Küche hängen. Damit jeder Teller perfekt ist, egal, wer ihn später zubereitet.
„Man muss immer ein bissl etwas Neues machen.“
Georg Pöchlinger
Rote Rüben mit Gorgonzola und Heidelbeersauce kommen da zum Beispiel auf den Tisch. Oder Ziegenfrischkäse mit Haselnüssen und Orangenfilets. Im Sommer immer ein gebeizter Fisch. „Und das Roastbeef lieben unsere Gäste besonders“, lacht Georg Pöchlinger. Das serviert er mit Dijonsenf-Creme, Gurkensalat und einem Spritzer Limette.
„Ich habe schon immer gerne gekocht – bei unseren Pop-ups kann ich so richtig kreativ sein“, erzählt der junge Heurigenwirt. Neben den klassischen Heurigen-Terminen im Herbst und Frühjahr gibt es im Winter den Tapas-Heurigen und im Sommer sein Pop-Up „MEHR als nur ein Heuriger.“ Georgs Instagram-Feed? Voll mit Kochvideos. Schon als Kind hat er stundenlang Kochsendungen geschaut.
Die Leute fragen ihn manchmal, wofür sein Herz mehr schlägt: die Heurigenküche oder den Wein. „Dann antworte ich immer: Kann man nicht zwei Dinge gleich gerne machen? Für mich gehört gutes Essen und guter Wein einfach zusammen.“ Apropos Wein. Bei den Pöchlingers kann man sich durch alle drei Wein-Stilistiken der Vinea Wachau probieren: Steinfeder, Federspiel, Smaragd. „Ich finde, alle haben ihre Berechtigung. Im Sommer ist doch eine frische, leichte Steinfeder großartig!“ Zum Roastbeef oder dem Asia-Schweinsbraten darf’s auch gerne einen Tick kräftiger sein – je nach Geschmack. Wissenschaft macht er da keine daraus. „Ich finde, man kann nichts falsch machen, wenn man gutes Essen und guten Wein kombiniert.“
Zu den Winzer-Tapas: Steinfeder, Federspiel, Smaragd!
In Mitterarnsdorf und den Nachbarorten machen auch etliche Winzer-Kollegen Heurigen. „Ich finde es wichtig, dass wir unseren Gästen in der Wachau ein breites kulinarisches Angebot machen können. Deshalb kommen auch viele zu uns.“ Einfach ist das nicht immer. „Du darfst nicht jede deiner Arbeitsstunden rechnen, die du da hineinsteckst. Du musst das gerne machen“, sagt Georg. Für ihn ist es ganz klar ein Herzensthema. Aber auch das musste wachsen. Denn für die Gäste war anfangs nicht klar, warum die Heurigenkarte plötzlich so anders aussah. Mittlerweile kommen sie genau deshalb so gerne: um einmal etwas anderes zu probieren. Da reserviert man am besten vorab seinen Tisch. Und falls einen dann doch die Lust auf einen Klassiker übermannt: Schweinsbraten gibt’s immer!
Die nächsten Heurigentermine findet man auf der Website.