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Im Spitzer Spitzenwein-Archiv

Karl Zanzinger ist Herr über das Archiv der Vinea Wachau – und mehr als 6.000 Smaragd-Weine. Am 6. August und am 10. September führt er durch den Weinkeller. Verkostung inklusive.

Karl Zanzinger ist seit 2014 für das Archiv der Vinea Wachau verantwortlich.

Karl Zanzinger sitzt nach dem Corona-Frühling vor einem Berg Arbeit. Besser: vor vielen Kartons Arbeit. Der Archivar der Vinea Wachau überprüft die Kennzeichnung aller Weine, die unter den Vinea-Marken Steinfeder®, Federspiel® und Smaragd® verkauft werden. Stimmen Prüfnummer, Rebsorte und Alkoholgehalt vom Prüfbericht mit dem Etikett überein? Erfüllt der Wein alle Vorgaben der entsprechenden Vinea-Marke? Nur einige Details, auf die Karl Zanzinger schaut. Ist alles korrekt, trägt er den Wein in seine Liste und gibt dem Winzer seine Flaschen zur Selbstarchivierung zurück. Nur bei den Smaragden ist es anders: Die sortiert er ein ins Wein-Archiv der Vinea Wachau.

Das Archiv samt Weinkeller befinden sich in Spitz. Die alten Mauern atmen Wachauer Geschichte –  bis 1803 befand sich hier der Lesehof des Stiftes Niederaltaich. Die Äbte nutzten ihn auch als Sommerresidenz. Heute gehört das Gebäude der Marktgemeinde. Ein außergewöhnlicher Arbeitsplatz, wie Karl Zanzinger findet. Der pensionierte Englisch- und Geschichte-Lehrer hat 2014 das Vinea-Achiv unter seine Fittiche genommen. Eine schöne Aufgabe, die er gerne erledigt.

Karl Zanzingers Vorgänger führte die Liste aller Weine noch per Hand.
Geprüft und registriert: Steinfeder- und Federspiel-Weine archivieren die Winzer selbst.

Was ein guter Archivar können muss? Mit Menschen umgehen. „Ich mag Zahlen nicht so. Aber ich bin gerne mit Menschen zusammen. Deshalb habe ich sofort ja gesagt, als mich der Vorstand der Vinea gefragt hat“, erzählt Karl Zanzinger. Seine ruhige besonnene Art hilft dabei, die unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammenzuhalten: mit mehr als 200 Winzerinnen und Winzern in der Wachau arbeitet er zusammen. „Es kommt nur selten vor, dass ein Wein nicht korrekt etikettiert ist – meistens sind es Lesefehler bei der Prüfnummer“, lächelt der Archivar. Besser als Lese-Fehler im Weingarten. Aber korrigiert werden muss das Etikett dann trotzdem. Erst wenn alle Angaben den Vorgaben und dem Prüfbericht entsprechen, darf der Wein in den Verkauf. 

Ich hasse Zahlen.
Aber ich mag Menschen und Wein. Deshalb mach ich´s gerne.
Karl Zanzinger

Im Archiv der Wachauer Smaragde

Wie viele Weine im Archiv lagern? „Da müssen wir zählen“, lächelt Karl Zanzinger. Aber bitte nicht einzeln, der Multiplikation sei‘s gedankt. „Rund 6.000 Smaragde lagern hier unten in den zwanzig Regalen. Die ältesten stammen aus 1986, damals noch als "Honifogl" etikettiert“, so Karl Zanzinger. Seitdem kommt jedes Jahr der neue Jahrgang hinzu.

Im August 2020 wird der Archivar den Weinkeller das erste Mal für Interessierte öffnen. Bei der Führung durchs Archiv wird der ehemalige Lehrer Geschichten und Geschichte erzählen. Dazu serviert er den einen oder anderen Tropfen aus dem Archiv.

Seit dem Jahrgang 1986 lagern Smaragde im Wein-Archiv der Vinea Wachau.

Die meisten Smaragde im Archiv sind Grüne Veltliner und Rieslinge – die Hauptsorten in der Wachau. Karl Zanzinger weiß durch seine Tätigkeit aber auch, wie vielfältig das Weinbaugebiet ist – vor allem im Bereich der Steinfeder- und Federspiel-Weine. „Grauburgunder, Traminer ... das Exotischste, das je durch meine Hände gegangen ist, war ein Blütenmuskateller. Ich persönlich mag am liebsten Grünen Veltliner. Ab und zu auch Neuburger, weil der so angenehm zu trinken ist.“

Das Exotischste,
das mir untergekommen ist?
Blütenmuskateller.
Karl Zanzinger

Als Spitzer ist ihm das Thema Wein sowieso in die Wiege gelegt. Karl Zanzinger kennt auch die praktische Seite: „Ich helfe jedes Jahr gerne bei der Lese.“ So geht der bewegte Ruhestand. Still stehen will Karl Zanzinger sowieso nicht, hat man den Eindruck. Dafür fährt er im Sommer auch viel zu gerne Vespa.

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