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Die Wachau geht als erstes Weinbaugebiet voran und setzt gemeinschaftlich das Gütesiegel Nachhaltig Austria um. Die Winzer*innen Hanna Hirtzberger, Heinz Frischengruber, Julia Donabaum, Emmerich H. Knoll und Andreas Eder finden‘s gut.

Eine Gespräch über Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und die Zukunft der Wachau.

„Viele Wege führen nach Rom, wenn es um nachhaltigen Weinbau geht“, sagt Heinz Frischengruber, Kellermeister der Domäne Wachau. Für diese Geschichte führt seiner ans Weingut Knoll, um gemeinsam die große Richtungsentscheidung zu reflektieren. Die Vinea Wachau hat im Mai 2021 beschlossen, das Qualitätssiegel Nachhaltig Austria umzusetzen. Bis 2023 sollen alle Mitglieder zertifiziert sein. Das betrifft nicht weniger als 200 Weinbaubetriebe in der Region. Dass sich ein ganzes Gebiet gemeinsam auf die Reise begibt, macht es für Obmann Emmerich Knoll so besonders: „Darin liegt die Kraft der Vinea Wachau. Dass wir einen großen Bewusstseinsprozess in Gang setzen können.“ Er ist stolz darauf, dass mit 89 Prozent eine große Mehrheit der Winzerinnen und Winzer für diesen Schritt gestimmt hat.

Bis 2023 sollen alle Vinea Wachau-Betriebe nachhaltig zertifiziert sein.

Das Gütesiegel Nachhaltig Austria bewertet Betriebe umfassend.
Alle Betriebe mitnehmen – das ist Obmann Emmerich Knoll besonders wichtig.

Es geht nicht nur um das Produkt Wein. Sondern um die Prämissen, unter denen wir ihn erzeugen. Hanna Hirtzberger

Vieles wird diese Entscheidung in Richtung Nachhaltigkeit ändern. „Gleichzeitig werden wir erkennen, dass die Wachau gut unterwegs ist. Das, was viele Wachauer Winzerfamilien instinktiv seit Generationen tun, fällt heute ohnehin unter den Begriff Nachhaltigkeit – denken wir an die Trockensteinmauern, die ein wichtiger Faktor für die Biodiversität in der Wachau sind.“

Eine Frage, die Andreas Eder schon lange beschäftigt: wie man die Widerstandsfähigkeit des Rebstocks nachhaltig stärken kann.

Das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit soll den nächsten Schritt in der Entwicklung der Wachau einläuten: „Jede Epoche hat ihre großen Themen. Die Professionalisierung, die Technisierung. Jetzt beginnt die große Ära der Nachhaltigkeit. Wie gehen wir mit unserem Boden um? Das ist eine der zentralen Fragen. Da geht es um nichts weniger als die Komplexität der Natur“, erzählt Heinz Frischengruber von der Domäne Wachau. Die ist der mit Abstand größte Weinbaubetrieb der Region und bereits nachhaltig zertifiziert. „Oft werden Bio und Nachhaltig gegeneinander ausgespielt. Es geht aber nicht um Entweder-oder. Das Eine ergänzt das Andere. Und eine Entwicklung funktioniert step by step.“

Eine Entwicklung funktioniert nur step by step. Heinz Frischengruber

Nachhaltige Bewirtschaftung ist für Julia Donabaum selbstverständlich.
Wie gehen wir mit unserem Boden um? Eine zentrale Frage beim Thema Nachhaltigkeit.

Für die junge Generation, die in vielen Betrieben am Start steht, gehört nachhaltige Bewirtschaftung bereits zur Basisausstattung: „Da tut sich schon einiges, wenn wir an die Blühflächen im Weingarten denken. Wir geben der Natur jetzt mehr zurück, das ist in vielen Weingärten schon sichtbar“, findet Julia Donabaum. Dorthin muss es auch für Andreas Eder aus Mauternbach gehen: „Die Stärkung der Pflanze ist ein wichtiges Ziel, um ihre natureigene Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.“

Für Hanna Hirtzberger ändert Nachhaltig Austria so einiges, nämlich „die Prämissen, unter denen wir Wein produzieren. Da reicht es nicht, an ein oder zwei Stellschrauben zu drehen. Das ist eine Grundsatzentscheidung.“ Die ist in der Wachau jetzt gefallen.

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