Die besondere geologische, klimatische und landschaftliche Vielfalt der Wachau spiegelt sich in seiner artenreichen Flora und Fauna wider.

Die unterschiedlichen Lebensräume sind Refugien für 30 Orchideenarten, wie z. B. Frauenschuh und Adriatische Riemenzunge. Seltene Vogelarten wie Wanderfalke, Zaunammer, Schwarzstorch, Uhu, Eisvogel, Weißrückenspecht und Wiedehopf sind zu beobachten, Bienenfresser und Seeadler sind regelmäßige Gäste. In den Nebengewässern und wellenschlaggeschützten Seichtwasserzonen der Donau und in der Donau selbst leben über 50 Fischarten - wie Huchen und Nasen - aber auch Biber und Fischotter sind zu finden.

Smaragdeidechse - Lacerta viridis

Ihren Namen erhielt die Smaragdeidechse von ihrer auffallend intensiven Färbung, die an das Grün des Smaragds erinnert. Besonders schön ist die Färbung der Männchen während der Paarungszeit. Diese große Eidechsenart ist vor allem in den Balkanländern beheimatet und ist trotz ihres großen Verbreitungsgebiets stark gefährdet. Sie kommt in Höhen zwischen 125 und 600 m vor und hält sich - ebenso wie die Äskulapnatter - gern an trockenwarmen Hängen auf, die es gerade in der Wachau häufig gibt.

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Wanderfalke - Falco peregrinus

Der Wanderfalke ist als Symbol für die Federspiel-Weine wahrscheinlich den meisten bekannt. Viel weniger bekannt ist vermutlich, dass es eine der seltensten Falkenarten Österreichs ist. Glücklicherweise kommen in der Wachau noch einige wenige Wanderfalken vor. Bevorzugt nisten diese auf den steilen Felswänden zu beiden Seiten der Donau. Als Flugjäger, der sich von Vögeln ernährt, erreicht der Wanderfalke im Sturzflug bis weit über 300 km/h.

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Steinfeder - Stipa pennata

Die Steinfeder, auch Federgras oder Frauenhaar genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Süßgräser. In der Wachau kommt es besonders auf den Trockenrasen vor, welche in unmittelbarer Umgebung zu den Weingärten zu finden sind. Traditionell wird es als Hutschmuck für Brauchtumszwecke verwendet.

Fotocredit: Gamerith

Äskulapnatter - Zamenis longissismus

Sie ist eine der größten Schlangenarten Europas, die bis zu 2 m Länge erreicht. Die ungiftige Äskulap weist eine glänzend-glatte Oberfläche auf und ist gelb-braun, olivgrün bis grau-braun gefärbt. Sie ist eine wahre Klettermeisterin und verspeist vorwiegend Kleinsäuger, speziell Mäuse, ist also sehr nützlich. Die Erhaltung von Totholzbeständen sowie natürlichen Kompost-, Reisig- und Laubhaufen könnten einer zunehmenden Gefährdung der Mäusejägerin entgegenwirken.

Gottesanbeterin - Mantis religiosa

Die in der Wachau noch recht häufig anzutreffende Gottesanbeterin ist niederösterreichweit gefährdet. Sie beschränkt sich in Mitteleuropa auf ausgesprochene Wärmeinseln, da die Larven von einem relativ hohen Beuteangebot im Frühling abhängig sind. Trocken- und Halbtrockenrasengebiete, wie sie in der Wachau vorkommen, sind geeignete Habitate. Allerdings wird die Gottesanbeterin durch Vergiftung ihrer Nahrung durch den Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft direkt geschädigt. Erfreulicherweise werden in der Wachau kaum mehr Insektizide eingesetzt, daher kann man sogar auf kleinen Trockenrasenflächen oft unzählige Exemplare finden. Weibchen sind größer als Männchen und können eine Länge von bis zu 75 mm erreichen. Der Mythos, wonach das Männchen nach der Paarung vom Weibchen aufgefressen wird, stimmt übrigens nur bedingt: So ist dieser Vorgang in der freien Natur nur selten zu beobachten, wohingegen es im Terrarium ohne Fluchtmöglichkeit öfter dazu kommt.

Große Sägeschrecke - Saga pedo

Die auch unter dem Namen Zauberschrecke bekannte, räuberische Art zählt mit bis zu 9 cm Länge sowohl zu den größten als auch zu den seltensten Insekten Europas. Als einzige Schrecke ist sie in Niederösterreich unter gesetzlichen Schutz gestellt. Busch- und Grasland auf kalkhältigen Böden stellen ihren Lebensraum dar, doch genauso wohl fühlt sie sich auf Trockenrasen in der Wachau. Aktuelle Beobachtungen stammen vom Setzberg und Höhereck. Besonders interessant ist, dass ihre Eier über zwei Winter hinweg, oft sogar noch länger, im Boden bleiben. Dann, Anfang Mai, schlüpfen die Larven, die bereits den ausgewachsenen Exemplaren sehr ähnlich sehen.

Wiedehopf - Upupa epops

Ein besonders auffälliger Vogel, sowohl was Gesang als auch Aussehen betrifft, ist der Wiedehopf. Als wärmeliebender Insektenfresser hat er in den letzten Jahren einen leichten Aufschwung genommen, man darf gespannt sein, wie es in den nächsten 10-20 Jahren aussieht. Der Gesang - ein leise flötendes „upupup“ - ist wahrscheinlich neben dem markanten Aussehen das beste Merkmal zur Bestimmung.

Zippammer - Emberiza cia

Die Zippammer bewohnt ursprünglich steile, felsige Berghänge mit spärlicher Vegetation. In der Wachau sind die Weingärten mit den zahlreichen Steinmauern der bevorzugte Lebensraum. Immerhin dürfte etwa ein Drittel der Österreichischen Population hier vorkommen. Jahresvogel, der das ganze Jahr über beobachtet werden kann, aber hauptsächlich durch den leisen Gesang auffällt. Größe etwa wie Haussperling. Singt sehr gerne von Warten wie Weingartenstehern, Büschen oder Weingartendrähten.

Zaunammer - Emberiza cirlus

Die Zaunammer ist erst in den letzten Jahren als Brutvogel in der Wachau festgestellt worden und hat in der Zwischenzeit hier ihr größtes Verbreitungsgebiet in ganz Österreich. Sie besiedelt wärmebegünstigte, offene Landschaften, die über genügend Büsche verfügen. Gemeinsam mit der Zippammer ist sie eine lokale Spezialität und kommt hier aktuell mit etwa 30-50 Paaren vor, die Besiedlung ist aber noch nicht abgeschlossen und wird mit Spannung beobachtet.